Cuba & Cigar
Nach dem Zucker ist Tabak bis heute das wichtigste Exportgut der größten Insel der Karibik. Bereits die Ureinwohner, die präkolumbischen Taíno, genossen Tabak in Pfeifen und entzündeten bei religiösen Riten zigarrenähnliche Tabakprodukte. Aus ihrer Sprache wurde das Wort "tobaco" übernommen.
Bis heute prägt die Zigarre das Leben der Bevölkerung und den Mythos Kuba. Kaum ein Tourist besucht nicht eine Tabakfabrik, genießt bei einem gut gemixten Mojito selbst den ein oder anderen "puro" (spanische Bezeichnung der Zigarre) und kauft ein Kistchen der begehrten "habanos" als Souvenir oder Geschenk für Freunde.

Cuba, auf der Finca von Alejandro Robaina
Gerade in der heutigen Zeit erlebt die Zigarre eine Renaissance. Der Genuss einer handgemachten Zigarre ist dabei Ausdruck eines individuellen Lebensgefühls und entschleunigt den oftmals hektischen Alltag.
Die Anfertigung eines hochwertigen Longfillers, für welchen nur ganze Blätter verarbeitet werden, ist ein faszinierender Prozess.
Die Tabakpflanze
Die Tabakpflanze, welche zu den Nachtschattengewächsen gehört, wird vor allem in Pinar del Rio, der Hauptstadt des Tabaks im Westen der Insel, angebaut. Es werden dabei drei verschiedene Arten von Blättern unterschieden. Die oberen Blätter werden als "ligero" bezeichnet, die mittleren als "seco" und die unteren Blätter als "volado". Abhängig von der unterschiedlichen Einwirkung der Sonne auf die Tabakblätter, welche bei den „volados“ geringer ist als bei den „ligeros“, wird der Geschmack der Blätter in dergleichen Richtung kräftiger und aromatischer.
Nach der Ernte werden die Blätter zunächst einem Reifungsprozess unterzogen und später fermentiert. So entstehen die für den jeweiligen Tabak spezifischen Aromen.
Aus ligero, seco und volado stellt die Tabakrollerin die Einlage oder "tripa"
her, welche dann von dem "capote", dem Umblatt, zusammen gehalten wird.
Dieser Rohling, auch "Puppe" genannt, wird dann mit dem besonders
ausgesuchten und zugeschnittenen Deckblatt, der "capa", vollendet. Danach
werden die Zigarren gepresst und gelagert. Schließlich werden die mit einer
Bauchbinde (Banderole) versehenen Zigarren nach Farbe sortiert und in Kisten
verpackt.
Zigarrenformen
Zigarren gibt es in verschiedenen Formaten, wobei Länge, Ringmaß (Umfang) und Form variieren.
Neben der "parejo", einer zylindrisch gerollten Zigarre ist eine "figurado" eine Zigarre, deren Körper an verschiedenen Stellen unterschiedlich dick ist.
Einige bekannte Parejo-Formate sind die Corona, Doble Corona, Churchill, Robusto, Panatela und Petit Corona. Figurado-Formate sind beispielsweise Torpedo oder Belicoso.
Die Farben des Deckblattes werden von "claro claro", über "claro", "claro colorado", "maduro colorado" und "maduro" bis hin zu "oscuro" immer intensiver. "Claro claro" bezeichnet ein helles Blond und "oscuro" ein tiefes Schwarz.
Zigarren sollten immer in einem Humidor bei 18° C bis 21°C und bei 60 % bis 80 % Luftfeuchtigkeit gelagert werden. Nur bei richtiger Lagerung bleibt die hohe Qualität erhalten, d.h. sie werden nicht brüchig und brennen später nicht zu schnell ab.
